Bandscheiben-Implantat oder konventionelle Diskektomie bei Bandscheibenvorfall

Bandscheiben-Implantat oder konventionelle Diskektomie bei Bandscheibenvorfall

Die Diskektomie ist der bei Bandscheibenvorfällen am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff. Hierbei entfernt der Chirurg einen Teil des Gallertkerns der Bandscheibe, um den Druck auf die Nerven und damit die Symptome zu beheben. Beim Entfernen des Gallertkerns bleibt in der Wand der Bandscheibe jedoch meistens ein Loch zurück, ein sogenannter Defekt. Nach der Diskektomie kann der Gallertkern erneut durch den Defekt oder einen anderen geschwächten Teil der Bandscheibe austreten. Ein solcher erneuter Vorfall tritt bei gewöhnlichen Diskektomien recht häufig auf und kann zu weiteren Symptomen und erneuten Eingriffen führen.

Im Rahmen der Barricaid®-Studie erproben Wirbelsäulenspezialisten in weltweit 25 Kliniken derzeit ein neues Diskektomieverfahren, welches das Risiko eines erneuten Vorfalls reduzieren soll. Dieses Verfahren verwendet ein innovatives Implantat aus Netzgewebe, die Barricaid-Prothese. Das Einsetzen der Prothese dauert nur wenige Minuten und erfolgt während der Operation. Nach der Diskektomie wird das Barricaid-Implantat am Defekt implantiert und fest am umgebenden Knochen verankert. Dadurch entsteht eine Barriere, die das Risiko eines erneuten Austretens am Defekt verringert.

Anzahl Patienten im KSA: 60
Zeitdauer: 1,5 Jahre

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J Kienzler, J Fandino (Neurochirurgische Klinik, KSA)