Anti-EGFR-Immunoliposomen

Anti-EGFR–Immunoliposomen

Klassische Chemotherapeutika haben den Nachteil, dass sie nicht nur an den Tumorzellen ihre Wirkung zeigen, sondern auch an normalen Zellen. Dies führt zu den bekannten Nebenwirkungen.

Mithilfe von sogenannten Anti-EGFR-Immunoliposomen können Chemotherapeutika nun zielgerichtet zu Tumorzellen transportiert werden. Die Medikamente werden in sogenannte Fettpartikel geladen und an der Oberfläche dieser Transportmittel wird ein Eiweissmolekül (Antikörper) befestigt. Dieses kann die Oberflächenstruktur von Tumorzellen erkennen und ansteuern. Die so transportierte Chemotherapie erreicht vor allem Tumorzellen und viel weniger gesunde normale Zellen.

Sowohl in Zellkultur als auch in klinischen Untersuchungen konnten wir bereits zeigen, dass auf der einen Seite die Wirksamkeit erhöht und auf der anderen Seite die Nebenwirkungen reduziert werden. Dieses Medikament konnte weltweit zum ersten Mal beim Menschen im Rahmen einer Phase-I-Studie eingesetzt werden. Die Arbeit wurde mit dem Pfizer-Forschungspreis 2014 ausgezeichnet. Aktuell arbeiten wir am sogenannten Phase-II-Programm, in dem die Wirksamkeit bei verschiedenen Tumoren noch genauer untersucht wird.

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C Mamot (Medizinische Onkologie des KSA)