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Innovationen

Behandlungspioniere

Mit Ultraschall gegen Hirntumor

Weltweit ist es zum ersten Mal gelungen, einen Hirntumor durch fokussierten Ultraschall zu behandeln. Dies, ohne den Schädel chirurgisch zu öffnen.

Die neue Methode wird im Rahmen einer klinischen Studie getestet und ist noch nicht als Therapie anerkannt. Sie wird jedoch bereits bei Tumoren in der Gebärmutter, der Leber, der Brust und dem Knochenmark eingesetzt. Die Patienten werden bei vollem Bewusstsein mit magnetresonanz-gesteuertem, fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) behandelt. Dabei kommen Hochfrequenz-Wechselströme zum Einsatz, welche als Schallwellen gebündelt auf das kranke Gewebe einwirken. Der behandelnde Arzt erhält alle drei Sekunden ein Bild und kann seine Position im Hirn genau überprüfen. Die Behandlung könnte eine Alternative zur herkömmlichen Schädeloperation werden, weil auf die chirurgische Entfernung eines Hirntumors inkl. Narkose mit all den damit im Zusammenhang möglicherweise auftretenden Komplikationen verzichtet werden kann.

Prof. Dr. med. Javier Fandino

Prof. Dr. med. Javier Fandino

Die erste fokussierte Ultraschall-Behandlung eines Hirntumors fand im März 2014 im Kinderspital Zürich statt und wurde von einem Team unter der Leitung von Prof. Dr. med. Javier Fandino, Chefarzt Neurochirurgie Kantonsspital Aarau, und Prof. Ernst Martin vom Zentrum für MR-Forschung des Kinderspitals Zürich durchgeführt.
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Publikation

Knochen neu mit Kunststoff stabilisieren

Am Kantonsspital Aarau wurde im Juni 2014 zum ersten Mal in der Schweiz eine sogenannte «photodynamische intramedulläre Schienung» durchgeführt.

Bei der innovativen Methode wird nach Einrichten des Knochenbruches über eine kleine Öffnung im Knochen ein aus der Gefässchirurgie bekannter Ballonkatheter in den aufgebohrten Knochenmarkraum eingeführt. Dieser wird in der Folge mit einem Kunststoff (Polymer) gefüllt. Der Kunststoff passt sich dabei exakt der individuellen Form des Knochens an. Die Aushärtung erfolgt über einen Lichtleiter. Das neuartige Verfahren ermöglicht eine minimal-invasive, rasche und stabile Versorgung insbesondere von Brüchen an nicht lasttragenden Knochen ähnlich einem Marknagel. Der verwendete Kunststoff ist röntgendurchlässig, was eine Kontrolle der Heilung oder allfällige Nachbehandlungen vereinfacht. Derzeit wird das Verfahren vor allem bei Krebspatienten mit krankheitsbedingten Knochenbrüchen und bei alten Patienten mit sehr schlechter Knochenqualität (Osteoporose) angewendet.

Dr. Richard Glaab

Dr. med. Richard Glaab

Im Juni 2014 führte Dr. med. Richard Glaab, Leitender Arzt Traumatologie, eine photodynamische Schienung eines Unterarmknochens (Radius) im Kantonsspital Aarau durch.
Knochen neu mit Kunststoff stabilisieren

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Neues OP-Verfahren bei Mastdarmkrebs

Eine Tumor-Operation im Bereich des Mastdarms ist ein komplexer Eingriff. Mehr Sicherheit und bessere Sicht auf das Geschehen verspricht der «transanale» Eingriff.

Bei der Entfernung von Mastdarmkrebs gibt es verschiedene Wege, zum Tumor zu gelangen. Neben dem offenen Schnitt in die Bauchdecke und der zwei- und dreidimensionalen minimal-invasiven Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) wird neu das transanale Verfahren zur Entfernung des gesamten Mastdarms im Kantonsspital Aarau angewandt. Bei der sogenannt «transanalen mesorektalen Exzision» erfolgt der Zugang zusätzlich über den After. Damit kann der «tote Winkel», welcher durch die Anatomie gegeben ist, überwunden werden. Der Operateur erhält mit der neuen Methode eine direkte Sicht auf den letzten Teil des Mastdarms. Somit können die Nerven in allen Abschnitten des sensiblen Bereichs der Zeugungsfähigkeit und Potenz sicherer operiert werden. Dank einer verkürzten Operationszeit können die Infektionsgefahr und die Liegedauer gesenkt und die Regenerationszeit verkürzt werden.

Dr. Richard Glaab

Dr. med. Gaudenz Curti, Leitender Arzt, Abteilung Viszeralchirurgie

Er hat die neue Methode vor einem Jahr zusammen mit internationalen Experten am KSA eingeführt und operiert alle geeigneten Patienten nach diesem Verfahren.
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